Eindrücke und Erfahrungen bei der Studienfahrt nach Polen/Krakau

Eindrücke und Erfahrungen bei der Studienfahrt nach Polen/Krakau

Bei der Fahrt nach Polen konnte ich sehr viele Eindrücke über das frühere Leben in der nationalsozialistischen Zeit sammeln.

In Gedanken versunken
In Gedanken versunken

Als erstes möchte ich den Grund nennen, weshalb ich an dieser Fahrt teilgenommen habe. Im Unterricht haben wir oft über das Thema der NS-Zeit gesprochen und ich habe mich sehr dafür interessiert. Wir schauten Filme, lasen Artikel und sahen uns Bilder an, und man sah einfach schon an diesen Artikeln, wie furchtbar die damalige Zeit war. Als ich hörte, dass diese Fahrt in unserer Stufe angeboten wird, wusste ich sofort, dass ich mitfahren möchte! Ich habe mir viele Gedanken zu dieser Fahrt gemacht und fuhr dort mit gemischten Gefühlen hin. Auf einer Seite habe ich mich echt sehr gefreut, einmal in die Stadt Krakau zu fahren und mir mit Freunden eine schöne gemeinsame Zeit zu machen, doch auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, dass es eine sehr schwierige Zeit dort werden wird, da ich eine sehr emotionale Person bin und mich solche Bilder wie aus dem Unterricht vorher schon immer sehr betroffen gemacht haben.

Als wir dort ankamen, sah man schon die heruntergekommenen Häuser, die aus der früheren Zeit noch erhalten waren. Als wir am Dienstagabend an unserem Hostel ankamen, war ich sehr positiv überrascht, denn von innen war das Hostel sehr schön und total gepflegt. Von außen sah es nicht sehr berauschend aus und auch von der Fassade her war es ziemlich kaputt, doch es war von innen sehr schön!

Die erste erschreckende Erfahrung war am Abend, als wir von unserem ersten Abendessen heimgingen. Manche Schüler wollten noch in einen Supermarkt gehen und sich eine Kleinigkeit kaufen, doch ein paar Mitschüler, die nichts brauchten, warteten mit zwei Lehrern vor dem Laden, und da passierte es: Neben uns standen zwei Männer mit Sonnenbrille, die uns schon die ganze Zeit beobachtet hatten. Kurz darauf ging der eine Mann an unserer Gruppe vorbei, zog seine Sonnenbrille ein Stück runter und schaute uns dabei an, ging auf die andere Seite unserer Gruppe, beobachtete uns alle noch eine sehr kurze Zeit und ging wieder zurück auf die andere Seite zu dem anderen Mann. Sofort fingen beide an über uns zu reden. Komisch fand ich, dass niemand außer mir das mitbekommen hat. Ich vermute, dass diese beiden Männer uns sofort als Deutsche erkannt haben und sie uns immer noch als „die bösen Nazis“ einstuften.

Am Mittwoch war eine Führung durch das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau geplant. Das war für mich der beeindruckendste Tag bei dieser Fahrt, denn dort steckten in jedem einzelnen Raum, den wir betraten, sehr viel Erinnerung. Am bewegendsten fand ich die Räume, in denen sich die persönlichen Überreste der Dinge der Juden befanden, wie z. B. abrasierte Haare, Schuhe, Beinprothesen, Schuhe etc. Als ich in dem Raum stand, in dem die abrasierten Haare lagen, musste ich mich schon sehr zusammenreißen, dass meine Emotionen nicht über mich kamen. Denn zu sehen, dass dies wirklich echte Haare von Juden sind, die kurz darauf in Gaskammern umgebracht wurden, war ein verdammt schreckliches Gefühl. Ich fühlte mich in diesem Raum total eingeengt. Weshalb weiß ich auch nicht, ich vermute, weil ich mir immer vorstelle, zu welchen Menschen das vielleicht gehört haben könnte und dass sie genauso eine Familie gehabt haben wie ich.

Schade fand ich es jedoch, dass wir ziemlich schnell durch diese Räume gehen mussten, da wir uns an das Zeitlimit der Erzählerin halten mussten. Obwohl ich die Haare und auch die anderen Gegenstände nur teilweise kurz gesehen habe, sind sie mir sehr stark im Gedächtnis geblieben.

Zuletzt möchte ich noch sagen, dass man sich diese Orte auf jeden Fall anschauen sollte, denn die Eindrücke, die man dort sammeln kann, sind sehr beeindruckend, wir kennen ja schließlich nur oder hauptsächlich die Dinge aus dem Unterricht. Jetzt, wo ich in den beiden KZs war und gesehen habe, wie schlimm es früher wirklich war, habe ich eine ganz andere Einstellung dazu und hoffe wirklich, dass dieses nie wieder passiert und auch nie wieder passieren darf.

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir auf der ganzen Welt zusammenhalten werden, und ich hoffe, dass die nachfolgenden Klassen, die Krakau besuchen werden, genauso eine tolle Zeit haben werden wie wir. Es war eine sehr schöne Fahrt, bei der wir auch neue Freunde fanden, wie z. B. von der anderen Schule. Ich kann es wirklich nur empfehlen.

Denise

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