Die Vergangenheit sehen und verstehen

Die Vergangenheit sehen und verstehen

Ich fahr mit nach Polen, weil ich sehen möchte, was in vielen Filmen über den Zweiten Weltkrieg gezeigt wird und was wirklich war. Es ist eine einmalige Chance dahin zukommen und das KZ in Auschwitz, das Warschauer Getto oder Schindlers Fabrik zusehen, denn das ist auch nicht immer im Urlaub möglich.

Ängste habe ich nicht wirklich, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir von anderen komisch angeschaut werden, weil wir Deutsche sind und unser Land, an dem was passiert ist, Schuld hatte.

Meine Erwartung ist, ein anderen Eindruck von damals zu bekommen und ein bisschen das Leben der KZ-Häftlinge kennen zu lernen sowie zu sehen, wie sie gelebt haben. Ich hoffe auch, dass ich den Ort kennen lerne, der mit am stärksten betroffen war.“

Gedenktafel für die Opfer im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau
Gedenktafel für die Opfer im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Ich fand die Fahrt sehr erfahrungsreich, interessant und finde, dass man Auschwitz und Birkenau sowie das ehemalige jüdische Ghettos und Schindlers Fabrik einfach einmal gesehen haben und die Geschichten dazu gehört haben sollte.

Mir ist am meisten Auschwitz im Kopf geblieben: die Häuser, die Geschichten und Bilder. Denn das alles zu sehen und zu wissen, dass da, wo man gerade steht, einer gelebt hatte oder sogar gestorben ist, ist bedrückend. Auch wenn nicht mehr alles original war, gab es vieles noch zu sehen, wie es früher war. Die Gaskammer, Stehzellen, wo die Menschen reinkamen und mehrere Tage oder Wochen zur Strafe stehen mussten, oder die Hinrichtungswand in dem einem Hof waren noch oder zu einem Teil noch da.

In einem der Häuser war ein Zimmer mit weiß gestrichenen Wänden, und an den Wänden waren Zeichnungen von Kindern, die man gefunden hatte, und eine Künstlerin hatte sie in diesem Zimmer auf die Wände übertragen. Ich fand erstaunlich, was die Kinder alles gemalt haben; einige haben sich mit ihren Familien gezeichnet und andere haben Hinrichtungen gemalt. In demselben Haus war noch das Buch: „The Book of Names“, indem alle mit ihrem Namen verzeichnet sind, die in Auschwitz waren – Männer, Frauen, Kinder.

Diese Zeichnungen fand ich sehr schön und zugleich erschreckend, da zu sehen war, wie viele es waren und was die Kinder alles sehen und erleben mussten.

Ich finde, dass selbst Jüngere, die nicht so viel von der Zeit wissen, sich das einfach einmal anschauen sollten, denn das alles ist eine Reise wert.

Jana

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