Ein Land mit zwei Gesichtern

Ein Land mit zwei Gesichtern

In unserer doch sehr kurzen Zeit in Polen haben wir ziemlich viel erfahren über das, was damals passiert ist. Ich hatte dort die Chance, viel über die Geschichte und die Vergangenheit zu erfahren. Am interessantesten waren für mich die Konzentrationslager, weil man dort, vor allem in Auschwitz, sehr viel erfahren konnte.

Die Gleise in Auschwitz-Birkenau, die direkt in den Tod (z. B. durch Erschießung) führen konnten. Oder die Leute mussten lange leiden, bis sie durch einen Hungertod (oder Ähnliches starben) oder sie starben in den Gaskammern.
Die Gleise in Auschwitz-Birkenau, die direkt in den Tod (z. B. durch Erschießung) führen konnten. Oder die Leute mussten lange leiden, bis sie durch einen Hungertod (oder Ähnliches starben) oder sie starben in den Gaskammern.

Am schlimmsten war für mich in dem Konzentrationslager Auschwitz, dass man dort in einen Raum gekommen ist, in dem ein riesiger Berg von Haaren in einem Schaukasten lag. Uns wurde dort gesagt, dass das rund zwei Tonnen Haare seien, die man dort sehen konnte. Es war aber auch sehr schlimm, die ganzen alten Koffer, Schuhe, die aufgehängten Fotos im Flur in einem der Häuser in Auschwitz und die Zeichnungen an der Wand, welche von kleinen Kindern gemacht wurden, die dort im Konzentrationslager von Auschwitz waren, sehen zu können. In Auschwitz-Birkenau war es sehr bedrückend, die Baracke zu sehen, in der die sogenannten Toiletten waren, welche aber nur nach Löchern in Beton aussahen.

Meine persönlichen Erwartungen haben sich zum größten Teil erfüllt. Diese bestanden hauptsächlich darin, mehr über früher zu erfahren, aber ich hätte auch gedacht, dass das alles wesentlich schlimmer ist, als ich mir am Anfang vorgestellt habe.

Im Vorfeld haben wir sehr viel über die Zeit des Nationalsozialismus‘ geredet und uns auch Filme angeschaut wie z. B. der Junge im gestreiften Pyjama. Durch die Filme konnte man sich die Sachen zum Teil besser vorstellen, weil man schon gesehen hat, was an bestimmten Plätzen passiert ist und relativ weiß, wie es aussieht, wenn dort in den Konzentrationslagern der Nationalsozialismus geherrscht hat. Aber es war auch gut, dass wir in der Schule so gut auf die Fahrt vorbereitet wurden. Im Nachhinein, wenn ich mir jetzt Filme noch einmal anschaue, ist es so, dass man sich das alles viel besser vorstellen kann, weil man die Plätze zum Teil schon selbst gesehen hat.

Sehr beeindruckend ist für mich vor allem gewesen, dass sich das ehemalige jüdische Viertel und das ehemalige Ghetto so stark gewandelt haben; es ist zwar immer noch sehr viel von früher erhalten z. B. von den Hausfassaden. Aber die Leute haben sich die Häuser entsprechend ihren Vorstellungen umgebaut und sie haben nicht gesagt, dass sie dort nicht mehr leben wollten. Generell finde ich es sehr beeindruckend, wie die Leute damit umgehen, was damals passiert ist.

Ich hätte aber auch gedacht, dass es komischer wäre, dem Tod so nahezustehen; man konnte sich zwar vorstellen, dass dort, wo wir waren, Millionen von Menschen gestorben sind, aber im Endeffekt war es gar nicht so schlimm. Wahrscheinlich liegt das aber daran, dass dort nach der Zeit des Nationalsozialismus‘ schon ziemlich viele Leute wieder hergelaufen sind.

Ich hätte mir vor allem gewünscht, dass in Auschwitz-Birkenau noch mehr erhalten gewesen wäre. Die Baracken waren zum Teil auch schon abgerissen, was sehr schade ist, weil man sich dadurch alles nicht mehr so gut vorstellen konnte. Aber auch, dass die Baracken besser erhalten sind. Auch war es schade, dass man in Auschwitz-Birkenau keine Gaskammer sehen konnte. Das wäre ein Aspekt gewesen, der mich persönlich sehr interessiert hätte, weil wir im Stammlager Auschwitz nur eine kleine Gaskammer gesehen haben.

Abschließend würde ich sagen, dass es für mich sehr gut war, dass ich dort mitgefahren bin, weil ich dort sehr viel über die Vergangenheit erfahren habe, aber auch über die Gegenwart, wie es heute in Polen ist. Allen Leuten die auch an unserer Schule sind, würde ich im Nachhinein auf jeden Fall empfehlen, mitzufahren, weil man sich dann das Gelernte aus dem Unterricht besser vorstellen kann und viele Erfahrungen sammeln kann.

Lina

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